Prähospitale CO2-Werte sagen Traumamortalität und Transfusionsbedarf vorher

November 5, 2025

Neuester Unternehmensblog über Prähospitale CO2-Werte sagen Traumamortalität und Transfusionsbedarf vorher
Präklinisches ETCO2 Überwachung: Ein transformatives Werkzeug in der Traumabehandlung

Während sich Feldmediziner seit langem auf Erfahrung und Intuition verlassen, um Verletzte zu beurteilen, erfordert die moderne Notfallmedizin zunehmend präzise Metriken, um kritische Entscheidungen zu leiten. In der Traumabehandlung ist eine schnelle präklinische Bewertung von größter Bedeutung. Traditionelle Vitalzeichen wie Blutdruck und Schockindex (SI) werden weiterhin häufig verwendet, aber ihre prädiktiven Einschränkungen haben das Interesse an genaueren Biomarkern geweckt. Eine neue prospektive, beobachtende, multizentrische Studie zeigt, dass die präklinische endtidale Kohlendioxid-Überwachung (ETCO 2 ) – insbesondere über die kontinuierliche Messung mit Nasenkanüle (NCC) – eine bemerkenswerte Überlegenheit bei der Vorhersage der Mortalität und des Bedarfs an massiver Transfusion bei Traumapatienten aufweist.

Forschungshintergrund und -ziele

Diese Untersuchung zielte darauf ab, den prognostischen Wert von ETCO 2 in der präklinischen Traumabehandlung zu bewerten. Frühere Studien deuteten auf das Potenzial von ETCO 2 zur Identifizierung von hämorrhagischem Schock und Krankenhausmortalität hin, aber die Evidenz für ihre präklinische Anwendung über verschiedene Überwachungsmethoden (NCC versus intubierte Beatmung) war weiterhin spärlich. Diese Studie, die in zwei Level-I-Traumazentren in Denver, Colorado, durchgeführt wurde, zielte darauf ab, ETCO 2 als zuverlässigen Prädiktor zu etablieren und gleichzeitig seine Leistung mit herkömmlichen Vitalzeichen zu vergleichen.

Methodik

Von Februar 2021 bis Juni 2022 analysierten die Forscher 550 Traumapatienten, die von Denver Health EMS transportiert wurden und mindestens eine präklinische ETCO 2 -Messung aufwiesen. Die Patienten wurden entweder:

  • Kontinuierliche Überwachung mit Nasenkanüle (NCC): Eine nicht-invasive Methode, die Echtzeit-CO 2 -Messungen über spezielle Nasenkanülen liefert, ideal für nicht-intubierte Patienten.
  • Überwachung mit intubierter Beatmung (ILVC): Standard-CO 2 -Erkennung über Beatmungsschaltungen für maschinell beatmete Patienten.

Die Datenerhebung umfasste Demografie, Verletzungsmuster, physiologische Marker (ETCO 2 , systolischer Druck, Schockindex) und klinische Ergebnisse (Mortalität, Transfusionsbedarf). Statistische Analysen verwendeten multivariable logistische Regression, um Störfaktoren zu kontrollieren.

Hauptergebnisse

Die Kohorte zeigte eine Mortalitätsrate von 10,4 % und eine Rate an massiven Transfusionen von 6,6 %. Es ergaben sich wichtige Erkenntnisse:

  • Mortalitätsvorhersage: Niedrigere präklinische ETCO 2 -Werte korrelierten stark mit einem höheren Mortalitätsrisiko. ETCO 2 blieb ein unabhängiger Prädiktor, auch nach Anpassung an Alter, Schwere der Verletzung und physiologische Parameter.
  • Transfusionsbedarf: Erniedrigte ETCO 2 -Werte identifizierten effektiv Patienten, die massive Transfusionen benötigten, und ermöglichten so ein früheres Eingreifen.
  • Überlegene Vorhersagekraft: ETCO 2 übertraf traditionelle Metriken wie systolischen Druck und Schockindex bei beiden Ergebnisvorhersagen.
Klinische Implikationen

Die physiologische Grundlage von ETCO 2 – die Beatmung, Perfusion und Stoffwechselstatus widerspiegelt – erklärt seine Vorhersagekraft. Bei hämorrhagischem Schock sinkt ETCO 2 aufgrund von kompensatorischer Hyperventilation und reduzierter Gewebe-CO 2 -Produktion durch Hypoperfusion. Dies macht es zu einem Frühwarnsystem für Kreislaufkollaps.

Die Studie befürwortet eine breitere präklinische ETCO 2 -Einführung, um:

  • Die Triage-Genauigkeit für Hochrisikopatienten zu verbessern
  • Die rechtzeitige Mobilisierung von Blutprodukten zu erleichtern
  • Die Schockerkennung während des Transports zu verbessern
Einschränkungen und zukünftige Richtungen

Während das multizentrische Design die Validität stärkt, lassen sich die Ergebnisse möglicherweise nicht auf alle Trauma-Einstellungen verallgemeinern. Nicht dokumentierte präklinische Interventionen (z. B. Flüssigkeitsreanimation) könnten die ETCO 2 -Messwerte beeinflussen. Zukünftige Forschung sollte ETCO 2 -gestützte Reanimationsprotokolle und subtypenspezifische Anwendungen untersuchen.

Diese Forschung etabliert die präklinische ETCO 2 -Überwachung – ob über NCC oder ILVC – als transformatives Werkzeug für die Traumabehandlung, das Klinikern einen präziseren Kompass bei lebenswichtigen Entscheidungen bietet.