EKG-Tests: Ein wichtiges Werkzeug zur Beurteilung der Herzgesundheit
October 31, 2025
Das menschliche Herz, ein unermüdlicher Motor, der rund um die Uhr arbeitet, pumpt Blut, um Sauerstoff und Nährstoffe im gesamten Körper zu transportieren. Seine Gesundheit wirkt sich direkt auf die Lebensqualität aus, doch Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickeln sich oft unbemerkt und erreichen häufig fortgeschrittene Stadien, bevor Symptome auftreten. Die moderne Medizin bietet verschiedene diagnostische Instrumente zur Früherkennung von Warnzeichen, wobei das Elektrokardiogramm (EKG) als entscheidende Verteidigungslinie in der Herzpflege dient.
Ein Elektrokardiogramm (EKG) ist ein nicht-invasiver diagnostischer Test, der die elektrische Aktivität des Herzens durch Elektroden aufzeichnet, die auf Brust, Armen und Beinen platziert werden. Diese Sensoren sind mit einem EKG-Gerät verbunden, das elektrische Impulse des Herzens in charakteristische Wellenformen umwandelt, die auf Papier oder einem Bildschirm angezeigt werden. Dieser elektrische "Fingerabdruck" liefert wichtige Informationen über Herzrhythmus, Frequenz, Erregungsleitung und Myokardgesundheit.
Die rhythmischen Kontraktionen des Herzens gehen von seinem spezialisierten Reizleitungssystem aus. Der Sinusknoten (SA-Knoten), der sich in der oberen Wand des rechten Vorhofs befindet, dient als natürlicher Schrittmacher, indem er elektrische Impulse erzeugt. Diese Signale wandern durch den Atrioventrikularknoten (AV-Knoten), den His-Bündel, die Tawara-Schenkel und die Purkinje-Fasern, um die Vorhof- und Kammerkontraktionen zu koordinieren.
Standard-EKG-Ableitungen zeigen unterschiedliche Wellenformen, die verschiedene Phasen der Herzdepolarisation und -repolarisation darstellen:
- P-Welle: Vorhofdepolarisation vor der Vorhofkontraktion
- QRS-Komplex: Kammerdepolarisation vor der Kammerkontraktion
- T-Welle: Kammerrepolarisation während der Entspannung
- U-Welle: (Wenn vorhanden) Kann die Repolarisation der Purkinje-Fasern darstellen
EKGs bieten erhebliche diagnostische Vorteile, darunter Nicht-Invasivität, schnelle Durchführung, Kosteneffizienz und umfassende Herzdaten. Zu den Einschränkungen gehören jedoch die Momentaufnahme-Natur (potenzielle Verpassung intermittierender Arrhythmien), unspezifische Befunde bei einigen Erkrankungen und die Anfälligkeit für technische Artefakte durch Bewegung oder Medikamente.
EKGs identifizieren effektiv elektrische Leitungsstörungen wie AV-Blöcke (PR-Verlängerung ersten Grades, intermittierende Erregungsleitung zweiten Grades, vollständige Dissoziation dritten Grades) und Schenkelblöcke (gekennzeichnet durch verbreiterte QRS-Morphologie).
Das EKG ist nach wie vor von grundlegender Bedeutung für die Diagnose akuter Koronarsyndrome und zeigt charakteristische Entwicklungsmuster:
- Hyperakute Phase: ST-Streckenhebung mit hohen T-Wellen
- Etablierter Infarkt: Pathologische Q-Wellen mit anhaltenden ST-Veränderungen
- Chronische Phase: Rest-Q-Wellen mit normalisierten ST-T-Segmenten
Der Test identifiziert genau Rhythmusstörungen, einschließlich Vorhofflimmern (unregelmäßig unregelmäßiger Rhythmus ohne P-Wellen), Vorhofflattern (Sägezahn-Flutterwellen), vorzeitige ventrikuläre Kontraktionen (breite bizarre QRS-Komplexe) und ventrikuläre Tachykardie (≥3 aufeinanderfolgende PVCs bei >100 Schlägen/min).
ST-Streckensenkungen und T-Wellen-Inversionen weisen häufig auf eine Missverhältnis zwischen Sauerstoffangebot und -bedarf des Myokards hin, wobei der Schweregrad mit der ischämischen Belastung korreliert.
Standardmäßige 12-Kanal-Aufzeichnung während der entspannten Rückenlage (5-10 Minuten) zur Beurteilung des Ausgangswerts.
Kontinuierliche 24-48-Stunden-Aufzeichnung während normaler Aktivitäten zur Erfassung intermittierender Symptome, wobei patientenaktivierte Ereignismarker Symptome mit elektrischen Ableitungen korrelieren.
Belastungs- oder pharmakologisch induzierte Herzbelastungsbeurteilung (15-30 Minuten), um eine belastungsinduzierte Ischämie durch dynamische EKG-Veränderungen aufzudecken.
Patienten sollten Hautcremes/-lotionen vermeiden, eine normale Flüssigkeitszufuhr aufrechterhalten und Medikamente angeben. Frauen sollten Bügel-BHs entfernen, und behaarte Brustbereiche müssen möglicherweise rasiert werden, um einen ordnungsgemäßen Elektrodenkontakt zu gewährleisten.
Während normale EKGs im Allgemeinen eine ordnungsgemäße elektrische Funktion anzeigen, können sie strukturelle Herzerkrankungen nicht vollständig ausschließen. Zusätzliche Tests, einschließlich Echokardiographie, kardiales MRT oder Koronarangiographie, können je nach klinischem Verdacht angezeigt sein.
EKG-Tests bergen minimale Risiken, abgesehen von potenziellen leichten Hautreizungen durch Elektrodenklebstoffe bei empfindlichen Personen. Das Verfahren beinhaltet keine Stromübertragung an den Körper.
Als Eckpfeiler der kardiovaskulären Beurteilung liefern EKGs unschätzbare Einblicke in die Herzphysiologie und -pathologie. In Kombination mit klinischem Urteilsvermögen und geeigneten Folgetests verbessert dieses zugängliche diagnostische Instrument die Früherkennung und Behandlung von Herzerkrankungen erheblich. Regelmäßige Herzuntersuchungen, Änderungen des Lebensstils und die Einhaltung der verordneten Therapien sind nach wie vor von grundlegender Bedeutung für die Aufrechterhaltung der kardiovaskulären Gesundheit.

